Trauer

Trauer

Marie ist tot. Mein Lieblingshuhn, unsere Goldmarie, die schöne schwarze Henne mit dem goldenen Kopf, wurde heute Opfer eines Vogelangriffs.

„Angriff auf die Hühner“ – mit diesem Ruf stürmte Silvia vor einer halben Stunde an meiner Bürotür vorbei. Ich lief sofort hinterher. Aber es war zu spät. Marie lag leblos am Zaun. Silvia hatte – aufgeschreckt durch lautes Gegacker – noch aus dem Fenster gerufen und so den Greifvogel verscheucht. Die übrigen fünf Hühner hatten sich ins Hühnerhaus gerettet, wo sie verschreckt auf der Stange kauerten. Aber für Marie kam jede Hilfe zu spät.

Es ist ja nicht so, dass wir nicht wussten, dass das passieren kann. Silvia kennt das von Kindertagen, als der „Hennenvogel“ auch immer mal wieder ein Huhn erbeutet hat. Und ich kannte die Geschichten. Und die Warnungen der Nachbarn, dass Fuchs, Marder und Greifvögel nicht zu unterschätzen sind. Und jetzt hat es also uns getroffen. Es war ganz schön traurig, Marie so vor uns liegen zu sehen und sie ein letztes Mal zu streicheln.

Klar, solche Zwischenfälle sind nicht auszuschließen, wenn man die Hühner nicht ständig einsperren will. Und das wollen wir definitiv nicht. Sie haben bei uns einen schönen Auslauf, Büsche und Bäume, unter denen sie sich verstecken können, und Zuflucht im Hühnerhaus. Aber eben keine 100%-ige Sicherheit. Wer hat die schon?

Ob es ein Habicht war, der sie angegriffen hat? Ich weiß gar nicht, ob auch andere Vögel Hennen angreifen. Natürlich hat der Vogel nur seiner Natur gemäß gehandelt und versucht, Nahrung für sich und vielleicht seine Jungen zu erbeuten. Kein Vorwurf. Aber traurig ist es allemal …

Mach’s gut, Marie. Danke, dass du bei uns warst.

[Auf dem Foto ist Marie am Tag ihrer Ankunft bei uns zu sehen – im Hintergrund. Wir haben leider kein schönes Foto von ihr.]



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