Saudumm!

Saudumm!

An all diejenigen, die uns des öfteren sagen, wie toll wir das alles hinkriegen hier auf dem Hornsepp-Hof: Haltet ein! Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Und so manches Mal habe ich mir den Titel „Depp des Tages“ redlich verdient.

Beispiele gefällig?

Ausgesperrt

Am Freitag vor einer Woche habe ich die Garage von innen abgeschlossen, den Schlüssel offenbar innen stecken lassen und dann das elektrische Garagentor geschlossen. Am Samstag haben wir dann festgestellt, dass sich die Tür ums Verrecken nicht aufschließen lässt, solange drinnen noch der alte Schlüssel steckt – auch nicht mit einem Ersatzschlüssel. Das ist eigentlich nicht erstaunlich, denn das Schloss ist alt und verfügt noch nicht über eine Not- und Gefahrenfunktion. Das war mir eigentlich klar.

Ich habe also eine Stunde lang rumprobiert und im Schloss rumgepult – ohne Erfolg. Die Rettung kam in Person meines Nachbarn Wolfgang, der mit einem Akkubohrer bewaffnet und mit viel Kraft das ganze Schloss kurzerhand aufgebohrt hat. Die ganze Aktion hat uns einen halben Tag gekostet – inklusive der Zeit, um das neue Schloss zu installieren.

Ganz toll!

Den Karren in den Dreck gefahren

Noch schlimmer wurde es dann in der Woche darauf: Am Samstag haben wir „schnell“ den alten Grillkamin auf der Terrasse abgebrochen und mit dem Ladog nach unten gefahren. Naja, so war zumindest der Plan. Als ich den mit den Betontrümmern sauschwer beladenen Ladog rückwärts nach unten fahren wollte, kam ich durch einen plötzlichen Überschuss an Unfähigkeit etwas vom Weg ab. Kein Problem, ich fahre einfach wieder ein Stück nach oben und korrigiere das, dachte ich.

Wie soll ich sagen? Mit dem schwer beladenen Ladog auf dem nassen Boden habe ich beeindruckende Krater in den Boden gefräst, weil die Räder natürlich durchdrehten (zumal ich nicht daran gedacht hatte, die Differenzialsperre zu aktivieren (und auch nicht wusste, wie das geht, weil ich das „irgendwann mal“ ausprobieren wollte …)). Ich kam also keinen Schritt mehr nach oben. Wohl aber zur Seite – und zwar in Richtung Abgrund. Beim Durchdrehen hat sich der Ladog ganz elegant zur Seite gearbeitet. Da half es auch nichts, alles abzuladen und etwas unter die Räder zu legen. Silvia ist schier verzweifelt.

Nachdem klar war, dass es so nicht funktionieren würde und der Abhang bedenklich nahe kam, habe ich mit einem Rest an Vernunft aufgegeben. Praktischerweise hatte sich der Ladog zu diesem Zeitpunkt bereits an den Strommast, der da steht, herangearbeitet und saß bombenfest. Er konnte also zumindest auch nicht mehr weiter wegrutschen und abstürzen.

Es ist ja zum Glück so, dass wir zwar über relativ wenige Nachbarn verfügen, die aber alle die Hilfsbereitschaft in Person sind (wir haben davon inzwischen ausgiebig Gebrauch gemacht). Nachbarin Anja kam gerade vorbei, um Eier bei uns abzuholen, hat mitbekommen, was hier vor sich geht, und ziemlich entspannt gemeint, dass ihr Gatte mich da schnell wieder rausziehen kann, sobald er von der Jagd zurück ist.

Und in der Tat: Nachdem ich mir eine Stunde lang überlegt hatte, wie er wohl die Seilwinde anbringen kann, um mich rauszuziehen, stand er mit seinem Schlepper-Ungetüm da. Die Seilwinde sei gerade nicht montiert, aber das geht auch so, meinte er. Mit dem Frontlader, mit dem er sonst Bäume hin- und herbewegt, hat er „einfach“ unser gesamtes Gefährt angehoben und zurück auf die Bahn gesetzt. Wie ein Spielzeugauto. Nach fünf Minuten zeugten nur noch die Krater am Abgrund von meiner Heldentat. Alles entspannt.

Man kann es nicht oft genug sagen: Ohne unsere Nachbarn wären wir hier in jeder Hinsicht aufgeschmissen. Danke, Christian, danke Wolfgang und danke alle anderen!

PS: Von der Rettungsaktion gibt es übrigens keine Bilder – das ging viel zu schnell.

Von oben erschließt sich die Dramatik nicht so ganz
Von oben erschließt sich die Dramatik nicht so ganz
Ladog - nah am Abgrund
Ladog – nah am Abgrund
Ladog-Unfall
Ladog-Unfall
Nach der Rettung unseres Ladogs
Nach der Rettungsaktion – alles gut.
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4 Kommentare zu “Saudumm!”

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