On the Road

On the Road

Aufregung im Hornsepp-Ziegenstall: Trixi hat ein einseitig sehr dickes Euter. Ist das eine Euterentzündung? Das könnte tödlich enden, wenn sie nicht zügig Antibiotika bekommt. Aber woher nimmt man die an einem Sonntagnachmittag?

Zum Glück konnten wir Frank anrufen, professioneller Ziegenhalter und guter Ratgeber. Sein Tipp: Melken, damit der Druck im Euter sinkt und das Euter mit Quark einreiben (die stillenden Mütter unter euch kennen das vielleicht). Er hat dann noch zwei andere Ziegenhalter angerufen (einen hier in Oppenau), aber die hatten auch keine Medikamente greifbar. Also: Hausmittel und dann am Montag den Tierarzt anrufen!

Wir haben eigentlich IMMER Quark im Haus. Nur nicht an diesem Sonntag. Zum Glück hat unsere Nachbarin Sandra uns ausgeholfen. Puh, danke!

Dickes Ding – so sieht also ein sehr volles Euter aus.

Das mit dem Melken klingt ja erstmal nicht so schwierig. Aber wer von euch hat schonmal eine Ziege gemolken? Kühe haben sowohl Silvia als auch ich schon gemolken (nicht professionell, aber immerhin). Aber eine Ziege? Wo muss man da ziehen und drücken?

Auch hier hat Frank natürlich gute Tipps geben können und so habe ich an einem kalten Sonntagabend im Stall meine erste Ziege gemolken. Nicht professionell. Aber immerhin.

Am Montagmorgen dann die Tierärztin angerufen. Sie kann nicht kommen – totaler Stress heute (wie immer montags). Wir sollen kommen.

Nun haben wir ja keinen Anhänger. Die Frau Doktor hat uns dann geraten, die Ziege in den Kombi zu stecken. „Das machen viele so.“

Wir haben also am Montagmorgen die Ziege in unser Auto gesteckt (ging erstaunlich gut). Zudem mussten noch zwei Kleine mit, weil die ein trübes Auge hatten (danke Birte für die Erstberatung!). Dann eine Dreiviertelstunde Fahrt über die Autobahn nach Schutterwald (hinter Offenburg).

Trixi im Auto – kein Problem.

Die Befunde bei der Tierärztin waren dann ambivalent: Entwarnung bei Trixi. Kein Fieber. Keine Verfärbung. Keine Euterentzündung. Wahrscheinlich trinken die Kleinen nur immer an einer Seite, weil da die Zitze besser zu erreichen ist – bessere Arbeitshöhe 🙂 Abhilfe: Die Kleinen aktiv an die dicke Seite setzen zum Trinken. Machen wir jetzt immer – mit wechselndem Erfolg. Aber es wird besser … Ja, wir waren vielleicht ein wenig überbesorgt. Aber woher soll man das denn wissen? Wage es niemand, das Wort „Helikoptereltern“ in den Mund zu nehmen 🙂 Zu unserer Ehrenrettung: Die Tierärztin hat gemeint, wir hätten alles richtig gemacht …

Schönheits-OP für Babys

Keine Entwarnung jedoch bei den trüben Augen, die jetzt auch noch zu tränen angefangen haben (schlechtes Zeichen, wie unsere Tierarzt-Freundin Birte schon am Telefon sagte). Ursache ist eine Missbildung (unschönes Wort): Das Augenlid ist zu lang und rollt sich daher beim Augenschließen und Blinzeln nach innen. Also Wimpern auf Hornhaut. Das reibt und entzündet sich. Abhilfe: OP, möglichst schnell, weil das immer schlimmer wird, weh tut und das Auge letztendlich komplett zerstört.

Also waren wir heute (Dienstag) gleich um 8 Uhr nochmal dort und haben unsere zwei Kleinen (Lucky und Terry) abgeliefert für die OP. Für die Narkose hatten wir sie noch selbst im Arm, dann sind wir für zwei Stunden weggeschickt worden.

Nach zwei Stunden war alles überstanden, die Lider gekürzt und sauber vernäht. Fäden ziehen in zwei Wochen. Bis dahin: Jede Stunde eine Salbe in die Augen und morgens ausspülen. Das ist aufwändig und lästig, aber machbar. Wir haben ja schließlich die Verantwortung für die beiden.

Die lassen sich übrigens keineswegs unterkriegen und springen mit den anderen sehr fidel durch den Stall. Also alles gut soweit. Und aufregend – immer wieder …

Und die Fahrt mit dem Auto? War kein Problem. In der Tat lassen sich Ziegen hervorragend im Kombi transportieren. Wenn man kein Problem damit hat, dass die auch mal etwas fallen und laufen lassen …

Ein ganz normaler Familienausflug
Meine Damen in Ausflugsstimmung
Lucky auf Reisen. Der Karton ist nur für den Transport im Auto. Wir haben sie nicht per DHL verschickt …
Terry war auf der Fahrt die Ruhe selbst
Auf der Heimfahrt: Alles ok mit Trixi …
Nach der OP darf man sich noch ein bisschen im Büro ausruhen
Zu zweit in der Kiste – mit Wärmflasche, damit man schnell wieder gesund wird …
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4 Kommentare zu “On the Road”

  • Ich bin sehr stolz auf Euch! Das macht Ihr prima! Ich bin ja schließlich auch erfahrener Papa – zwar nicht von richtigen Ziegen, aber manchmal macht es fast ein wenig den Eindruck… nee, ist natürlich kein Fünkchen Wahrheit dran! Also, kümmern ist gut. Ruhig bleiben auch. Alles Gute Euch allen!

    • Danke, Bruder. Wir geben unser Bestes und haben natürlich trotzdem viel Freude an den Kleinen. Und jede Stunde einen guten Grund, um mal vom Schreibtisch aufzustehen und in den Stall zu gehen 🙂

  • Da war ja was los bei Euch in letzter Zeit. Euer Ziegennachwuchs ist ja sooo süß!
    Jedenfalls wird Euch bestimmt nicht langweilig. Weiterhin alles Gute und viel Spaß.

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