Die Tür

Die Tür

Man sieht es ihr nicht an, aber obwohl nagelneu (und bislang die einzige nagelneue Tür in unserem Haus!) hat diese Tür schon eine Geschichte. Es wäre sicher übertrieben zu sagen, es sei eine lange Geschichte, dennoch wurde sie nicht einfach ab Werk im LKW zu uns gefahren und mir nichts dir nichts eingebaut.

Mal abgesehen davon, dass es ganz schön aufwändig ist, im Internet eine Tür zu bestellen, weil man dabei ganz schön viel angeben muss (was man vorher auch noch verstanden haben sollte – zum Glück ist mein Hornsepp so ein „Reinfuchser“), ist sie dann zwar schon ab Werk im LKW zu uns gefahren, aber ab da nahm das Unglück seinen Lauf…

Es war nicht sein Tag, als der Spediteur die Tür zu uns ans Ende der Welt fahren musste. Er hatte morgens nicht seinen eigenen LKW bekommen, vermisste also diverse Dinge, die er sonst immer dabei hat. Und packte dann bei uns die Tür auf den Hof (ganz schön schwer, das Paket), um es uns mit einer offenen Ecke zu „präsentieren“, durch die deutlich eine Macke in der nagelneuen und extra arktisweiß lackierten Tür zu sehen war.

So hatten wir uns das nicht vorgestellt und wählten aus den beiden Alternativen, die man auf die Schnelle vor einem LKW, der weiter muss, so hat – nämlich: behalten und reklamieren oder Annahme verweigern – letzteres. Die Tür fuhr also nach fotografischer Dokumentation des Schadens wieder davon.

Hannes wollte das beim Hersteller dann melden und hat in diesem Zuge zum ersten Mal einen ausführlicheren Blick in die Lieferungsankündigungsmail geworfen … da stand groß und fett: „Tür auf jeden Fall annehmen, ggf. Fehler dokumentieren und melden!“. Nun ja … das hatten wir also nicht gemacht und dies beschämt eingestanden.

Woraufhin der Hersteller veranlasst hat, dass die Tür – ja, die kaputte Tür – wieder zu uns gefahren wird. Umsichtig hatte die Speditionsfirma einen anderen Fahrer ans Ende der Welt geschickt… und wir haben angenommen, ausgepackt, dokumentiert und reklamiert und waren dann vor die Wahl gestellt, ob wir die Tür zurück geben wollen oder einen Preisnachlass aushandeln und eine Tube Originallack zum Retuschieren bekommen. Genau: Die Tür wäre im ersteren Fall von der Spedition abgeholt worden und wir hätten eine neue geliefert bekommen. Ob das im Zuge einer einzigen Fahrt passiert wäre, haben wir nicht herausfinden wollen und uns für Preisnachlass und Lack entschieden.

Eingebaut war die Tür da noch lange nicht und bei unserem schiefen Boden war auch klar, dass es nicht ganz so einfach werden würde wie in den ausführlich studierten Videoanleitungen im Internet. Aber es war trotzdem keine gute Idee, es abends zu versuchen, wenn man eigentlich schon müde ist und hungrig sowieso. Da fummelt und misst und keilt man nämlich ewig rum und gerade wenn man denkt, so passt das jetzt, jetzt kann der Schaum rein, macht einer eine gedankenlose Bewegung und das war’s dann…

Die Berliner hatten also keine Ferienwohnungseingangstür, als sie kamen. Sie sind trotzdem geblieben, denn das ist ja längst nicht so gefährlich wie ein Waffennarr, der mit vier Polizeipistolen durch den Wald turnt oder so einschüchternd wie Hundertschaften von Polizei, die den Ort „belagern“ wie bei einem Terrorangriff (ihr habt alle Nachrichten geguckt im Juli, ja?), und man kann sogar selbst etwas dagegen tun. Andreas ist ein erfahrener Türeinbauer und hat das dann mit Hannes in kurzer Zeit erledigt.

Jetzt hat unsere zukünftige Ferienwohnung also eine Tür. Schön, gell? – Ach so, ihr wollt wissen, wie es dahinter aussieht? – Also, dafür müsst ihr schon herkommen und euch selbst ein Bild machen. Nur so viel: So wie auf den Bildern unten sieht es nicht mehr aus 🙂



2 Kommentare zu “Die Tür”

  • Sehr diplomatisch, mein Schatz : „macht einer eine gedankenlose Bewegung“ – saß war natürlich ich, der die Tür nach stundenlanger Fummelei wieder rausgekegelt hat. Quasi schon mit der Schaumdose in der Hand …

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